Meine Fahrten
Frachtenbörse ohne Grundgebühr - welche Plattformen wirklich kostenlos sind

Kostenlos heißt bei Frachtenbörsen drei verschiedene Dinge, und der Unterschied entscheidet darüber, ob sich eine Plattform für dich rechnet. Wirklich gebührenfrei in der Basisnutzung sind Anzeigen- und Auftragsbörsen wie clickapoint, auftragsbank.de, transportbranche.de, box24 und frachtportal.net. Dort zahlst du weder monatlich noch pro Auftrag, dafür übernimmst du Suche, Ansprache und Bonitätsprüfung selbst. Provisionsbasiert arbeiten Ausschreibungsportale wie Shiply und Clicktrans sowie Matching-Plattformen wie MUVN Pro: Es fällt nur dann eine Gebühr an, wenn ein Auftrag tatsächlich zustande kommt. Abo-basiert sind die großen Frachtenbörsen, bei denen die monatliche Gebühr unabhängig vom Auftragsvolumen läuft.
Die ehrliche Rechnung lautet deshalb nicht "kostenlos gegen kostenpflichtig", sondern Fixkosten gegen variable Kosten gegen Zeitaufwand. In einem schwachen Monat schlägt jedes Provisionsmodell jedes Abo. In einem starken Monat kann es umgekehrt sein.
Welche Frachtenbörsen sind ohne Grundgebühr nutzbar?
| Plattform | Grundgebühr | Gebühr pro Auftrag | Was du dafür selbst machst |
|---|---|---|---|
| MUVN Pro | keine | keine | nichts. Zahlung liegt vor dem Start hinterlegt, Auszahlung nach Zustellung |
| clickapoint | keine | keine | Suche, Ansprache, Vertrag, Bonitätsprüfung, Inkasso |
| auftragsbank.de | keine in der Basisnutzung | keine | Anzeige pflegen, Anfragen selbst bearbeiten |
| transportbranche.de | keine in der Basisnutzung | keine | Inserate durchgehen, Gegenseite selbst prüfen |
| box24.de | keine für Frachtanbieter | keine | Abstimmung und Abwicklung komplett bilateral |
| frachtportal.net | keine | keine | Angebot abgeben, Abwicklung selbst |
| Kleinanzeigen | keine | keine | alles, inklusive Aussortieren unseriöser Anfragen |
| Shiply, Clicktrans, uShip | keine | Provision oder Vermittlungsgebühr | Angebot kalkulieren, im Bieterwettbewerb bestehen |
| MUVN Pro | keine | Servicegebühr pro vermittelter Sendung | Fahrt oder Zeitfenster hinterlegen, Sendung annehmen |
| TIMOCOM, Trans.eu, Teleroute | monatliche Nutzungsgebühr | in der Regel keine | Suche, Verhandlung, Abwicklung |
Was kostet dich eine kostenlose Frachtenbörse wirklich?
Der Preis einer gebührenfreien Börse ist Zeit und Risiko, und beides lässt sich beziffern.
Zeit: Wer täglich zwei bis drei kostenlose Börsen durchgeht, Anfragen schreibt und nachfasst, kommt schnell auf fünf bis zehn Stunden pro Woche. Setze dafür deinen eigenen Stundensatz an, nicht null. Bei einem kalkulatorischen Satz von 30 Euro sind das 150 bis 300 Euro pro Woche an unbezahlter Akquise.
Risiko: Auf einer offenen Börse ist die Gegenseite nicht vorgeprüft. Du übernimmst selbst die Bonitätsprüfung, und wenn eine Rechnung ausfällt, trägst du den Verlust allein. Eine einzige nicht bezahlte Fracht über 400 Euro frisst mehrere Monatsgebühren einer kostenpflichtigen Börse auf.
Volumenschwankung: Kostenlose Börsen haben unregelmäßiges Volumen. Es gibt Wochen mit passenden Aufträgen und Wochen ohne. Als alleinige Auftragsquelle sind sie riskant, als Ergänzung sinnvoll.
Wann lohnt sich ein Abo, wann eine Provision?
Die Schwelle lässt sich ausrechnen. Teile die monatliche Abo-Gebühr durch deinen durchschnittlichen Deckungsbeitrag pro Auftrag. Das Ergebnis ist die Anzahl Aufträge, die du über diese Börse monatlich brauchst, damit sich das Abo überhaupt trägt.
Beispiel: Liegt die Monatsgebühr bei 120 Euro und dein Deckungsbeitrag bei 80 Euro pro Auftrag, brauchst du zwei Aufträge im Monat allein zur Deckung. Alles darunter ist Verlust. Diese Rechnung solltest du zwei Monate lang mit echten Zahlen machen, bevor du ein Abo verlängerst.
Beim Provisionsmodell entfällt die Rechnung. Kommt kein Auftrag, entstehen keine Kosten. Der Nachteil: Bei sehr hohem Volumen kann die Summe der Provisionen über der Abo-Gebühr liegen.
Praktische Faustregel: Starte mit den kostenlosen Börsen und einem Provisionsmodell. Rechne zwei Monate mit, dann entscheide, ob ein Abo dazukommt. Nicht umgekehrt.
Werden Frachtenbörsen-Kosten gefördert?
Die Nettoausgaben für die Nutzung einer Frachtenbörse können im Rahmen des De-Minimis-Förderprogramms bezuschusst werden. Die Vertragsmodelle der Anbieter unterscheiden sich allerdings deutlich, und nicht jede Kostenposition ist förderfähig. Kläre das vorab mit deiner Steuerberatung oder der zuständigen Förderstelle ab, bevor du eine Position einreichst. Dieser Text ist keine steuerliche Beratung.
Wie funktioniert das Modell bei MUVN Pro?
Für Fahrer:innen ist MUVN Pro kostenlos. Keine Grundgebühr, keine Provision, keine Gebühr pro Auftrag. Was vereinbart ist, kommt bei dir an.
Du hinterlegst eine Fahrt, die du ohnehin machst, oder ein Zeitfenster mit Umkreis um deinen Standort. Passende Sendungen werden dir vorgeschlagen, der Preisrahmen steht vorab fest, und du entscheidest, welche Aufträge du annimmst. Es gibt kein Bieterverfahren, in dem du dich gegen andere unterbieten musst.
Der für die Kalkulation wichtigste Punkt liegt aber noch daneben: Der Betrag wird beim Auftraggeber bereits bei der Buchung eingezogen und nach bestätigter Zustellung an dich ausgezahlt. Kein Zahlungsziel, keine offene Forderung, kein Ausfallrisiko. Auf einer offenen Börse ist genau das dein größtes Kostenrisiko, und es taucht in keiner Gebührentabelle auf.
Dazu ist jede Sendung über MUVN Protect grundabgesichert, eine höhere Deckung lässt sich pro Sendung hinzubuchen. Auch das kostet dich als Fahrer:in nichts.
In Summe heißt das: Bei MUVN Pro entstehen dir weder Fixkosten noch variable Kosten noch Forderungsausfälle. Der einzige Einsatz ist die Fahrt, die du ohnehin machst.
Häufige Fragen
Welche Frachtenbörse ist komplett kostenlos?
clickapoint, auftragsbank.de, transportbranche.de, box24.de und frachtportal.net sind in der Basisnutzung ohne Grundgebühr und ohne Auftragsprovision nutzbar. Suche, Ansprache, Bonitätsprüfung und Abwicklung liegen dafür vollständig bei dir.
Warum kosten manche Frachtenbörsen monatlich Geld?
Die Gebühr finanziert die Vorprüfung der Teilnehmer, das Volumen und die technische Infrastruktur. Das Argument ist Planbarkeit: geprüfte Gegenseiten und täglich verfügbare Ladung. Der Nachteil ist, dass die Gebühr auch in auftragsschwachen Monaten anfällt.
Wie viele Aufträge brauche ich, damit sich ein Abo lohnt?
Teile die Monatsgebühr durch deinen durchschnittlichen Deckungsbeitrag pro Auftrag. Bei 120 Euro Gebühr und 80 Euro Deckungsbeitrag sind es zwei Aufträge monatlich allein zur Kostendeckung. Rechne mit deinen eigenen Zahlen, nicht mit Beispielwerten.
Ist eine kostenlose Frachtenbörse seriös?
Die Plattform selbst schon, die einzelnen Teilnehmer sind aber meist nicht vorgeprüft. Prüfe vor der ersten Fahrt Handelsregister, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und Bewertungen, und arbeite bei Neukunden mit Teilvorkasse oder klar dokumentierten Zahlungsbedingungen.
Kann ich mehrere kostenlose Börsen parallel nutzen?
Ja, und das ist bei gebührenfreien Börsen auch sinnvoll, weil das Volumen dort schwankt. Der einzige Einsatz ist deine Zeit. Bei kostenpflichtigen Börsen lohnt sich in der Regel erst eine, bis das Volumen sie trägt.